Nelvie Tiafack startet mit Sieg in den „World Boxing Cup“

Nelvie Tiafack, Felicitas Gangbauer, Maxi Klotzer und Hansen Ousainou feiern beim Auftakt des „World Boxing Cup“ in Sheffield Erfolge.

Superschwergewichtler Nelvie Tiafack (l.) startete mit einem 3:2-Punktsieg gegen Lokalmatador Delicious Orie in den World Boxing Cup in Sheffield. (Foto: GB Boxing)
Superschwergewichtler Nelvie Tiafack (l.) startete mit einem 3:2-Punktsieg gegen Lokalmatador Delicious Orie in den World Boxing Cup in Sheffield. (Foto: GB Boxing)

Der Auftakt für das deutsche Team um Nelvie Tiafack beim „World Boxing Cup“ in Sheffield hätte kaum besser laufen können. Ein Sieg nach Split Decision (3:2) des deutschen Europameisters von 2022, Nelvie Tiafack, über den Goldmedaillengewinner der European Games 2023, Delicious Orie, aus England im Superschwergewicht der Männer war der herausragende Kampf eines hochkarätigen ersten Tages beim „World Boxing Cup: GB Open“ im English Institute of Sport in Sheffield.

Nelvie Tiafack besiegt haushohen Favoriten Delicious Orie

Tiafacks Sieg kam im letzten Kampf der ersten Session der Veranstaltung, die neu im internationalen Boxkalender ist. Es ist sogar erst die vierte olympische Boxveranstaltung in Großbritannien seit den Olympischen Spielen 2012 in London. Die energiegeladene erste Runde, die von allen fünf Punktrichtern mit 10:9 gewertet wurde, konnte der Boxer vom SC Colonia 06 gegen den haushohen Favoriten für sich entscheiden. Obwohl Orie die Runden zwei und drei ausgeglichener gestaltete, war es schließlich der Europameister von 2022, den drei der fünf Punktrichter vorn sahen.

„Es ist schwer, gegen den Favoriten in seinem Heimatland zu kämpfen. Da muss man die Extrameile gehen, und ich denke, das habe ich getan und den Sieg heute verdient.“

Nelvie Tiafack

Unmittelbar nach dem Kampf sagte Tiafack in der Mixed Zone: „Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis, gegen einen Lokal-Matador. Wir haben schon einmal bei den Europameisterschaften 2022 gekämpft und ich habe damals gewonnen. Ich habe das Gefühl, dass er sich stark verbessert hat. Daher war es eine große Herausforderung für mich“, berichtete Tiafack nach dem Kampf. „Meine Strategie bestand im Wesentlichen darin“, so der Kölner, „seiner rechten Hand auszuweichen. Ich wusste, dass er es mit seinem langen Jab aus der Distanz versuchen würde. Also war meine Strategie, nah an ihn heranzukommen, zu versuchen, nicht zu fallen und meine Schläge anzubringen.“

„Heute traf ich auf einen Top-Gegner. Ich weiß, dass ich ihn bei den Olympischen Spielen wieder treffen werde, und ich werde dann mehr als bereit sein.“

Delicious Orie

Orie, der sich durch seine Goldmedaille bei den European Games im letzten Sommer bereits für Paris 2024 qualifiziert hat, nahm die Niederlage gelassen hin. Er sagte: „Es war ein guter Kampf und genau das, was ich gegen einen Top-Gegner, den ich respektiere, gebraucht habe. Er hat mich heute fair und deutlich geschlagen. Ich brauchte das, um mich vor den Olympischen Spielen in Schwung zu bringen. Es gibt keine Ausreden. Ich habe sehr hart trainiert, aber jetzt geht es darum, daraus zu lernen.“

Auch Gangbauer, Klötzer und Hansen mit Auftaktsiegen

Nelvie Tiafacks Kampf im Superschwergewicht bildete den Abschluss einer Eröffnungsveranstaltung, die mit einem rein englischen Kampf im Federgewicht (57 kg) der Frauen begonnen hatte. Dabei errang Elise Glynn einen Split-Decision-Sieg über Sameenah Toussaint. Zu den weiteren Siegern des ersten Tages auf deutscher Seite gehörten: Felicitas Gangbauer im Leichtgewicht (60 kg), Maxi Klötzer im Fliegengewicht (50kg) und Ousainou Hansen im Federgewicht der Männer (57kg). Einzig Tyron Amo (Schwergewicht) musste sich dem nigerianischen Olympia-Qualifikanten Adam Olaore geschlagen geben.

Text: Andreas Ohlberger

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