Tina Rupprecht erneut Weltmeisterin

Im März 2023 verlor Tina Rupprecht ihren WM-Titel im Minimum in den USA. Nun holte sich die Augsburgerin den WBC-Gürtel von Fabiana Bytyqi im Atomgewicht.

Stolze Siegerin: Tina Rupprecht jubelt im Ring der Berliner Verti Music Hall, nachdem sie Fabiana Bytyqi den WM-Gürtel des WBC im Atomgewicht abgenommen hat. (Foto: IMAGO / Torsten Helmke)

Weltmeisterin in zwei Gewichtsklassen. Diesen großen Erfolg darf sich Tina Rupprecht (13-1-1, 3 K.o.) jetzt in die Vita schreiben. Die 31-jährige Augsburgerin gewann gegen die zuvor ungeschlagene Fabiana Bytyqi (20-1-2, 5 K.o.) aus Tschechien den WBC-Titel im Atomgewicht. Für Rupprecht war es der erste Kampf seit der Niederlage im März 2023 gegen Doppelweltmeisterin Seniesa Estrada. Damals hatte „Tiny Tina“ ihren WBC-Gürtel im Minifliegengewicht verloren. Sie wechselte für das Duell mit Bytyqi, die den WBC-Titel bereits 2019 gewann, ein Limit nach unten – und bestieg dort direkt den Thron.

Flinke Beine, gefährliche Haken

In ihrem ersten Kampf in der leichtesten Gewichtsklasse überhaupt startete Rupprecht druckvoll. Sie suchte aus der Ringmitte die Offensive, während die größere Bytyqi mit ihrem Jab die Distanz wahren wollte. Das gelang aber nur bedingt, denn „Tiny Tina“ konnte immer wieder unter der Führhand abtauchen und saubere Treffer ins Ziel bringen. Vor allem ihre Haken machten der tschechischen Titelträgerin zu schaffen.

Bytyqi kam in den mittleren Runden etwas besser in den Kampf, doch es war weiterhin Rupprecht, die auf flinkeren Beinen in vielen Durchgängen das bessere Ende für sich hatte. Auch in der Schlussphase hatte Rupprecht noch mehr im Tank, trieb Bytyqi vor sich her. Nach zehn Runden krönten sie die drei Punktrichter mit 98:92 sowie zweimal 97:93 verdient zur neuen Weltmeisterin.

„Ich bin nun Weltmeisterin in zwei Gewichtklassen, ich bin so stolz!“, jubelte Rupprecht, die auch bei der BOXSPORT-Wahl zur „Boxerin des Jahres 2023“ nominiert ist. „Unser ,Game Plan’ ist bestens aufgegangen, bestimmtes Vorwärtsgehen, die Größennachteile mit wohl dosiertem Druck und gezielten Treffer ausgleichen und so Runde um Runde zu gewinnen. Fabiana war eine harte und faire Gegnerin, mein großer Respekt. Mein Dank gilt vor allem meinem langjährigen Trainer Alexander Haan, wir haben alles richtig gemacht!“

Im Hauptkampf des vom SES-Stall organisierten Abends verlor Lokalmatador Ronny Gabel (30-8-1, 21 K.o.) den letzten Kampf seiner Karriere. Der Berliner unterlag Ilias Essaoudi (22-2, 15 K.o.) aus Dorsten knapp nach Punkten.

Text: Benjamin Stroka

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