World Boxing: Grundlage gelegt

Auf dem ersten Kongress von „World Boxing“ (WB) wurde nicht nur ein Präsident gewählt, sondern auch die Basis für eine Anerkennung durch das IOC gelegt.

Das Führungsteam von World Boxing. (Foto: IMAGO / Norbert Schmidt) Von links: Vizepräsident Matt Holt (Großbritannien); Vorsitzender des Ausschusses für Sport und Wettbewerb, Hernan Salvo (Argentinien); Vorsitzender Medizinisches und Anti-Doping, Dr. Armando Sanchez (USA); Vorstandsmitglied Michael Müller (Deutschland); Vizepräsidentin Dinah Glykidis (Australien); Präsident Boris van der Vorst (Niederlande); Vorstandsmitglied Susanne Karrlander (Schweden); Vizepräsident Ryan O‘Shea (Kanada); Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Marcos Candido de Brito (Brasilien); Vorstandsmitglied Victorico Vargas (Phillipinnen); Generalsekretär Simon Toulson (Großbritannien). Nicht mit auf dem Bild: Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses, Julia Felton (Australien)

Gut gelaunt verließ Michael Müller am letzten November-Wochenende die Mainarcaden in Frankfurt. „Der Kongress war ein Meilenstein. Jetzt ist der neue Weltverband ,World Boxing’ handlungsfähig“, erklärte der Sportdirektor des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) gegenüber BOXSPORT. Müller, der für zwei Jahre in das Executive Board (vergleichbar mit dem Präsidium eines Sportverbandes) von World Boxing gewählt wurde, sprach über seine künftigen Aufgaben. „Eines meiner Hauptthemen ist es, massiv für professionelle Kampfrichter zu werben. Verschobene Kämpfe oder krasse Fehlentscheidungen darf es nicht mehr geben.“ Dazu werde er sich gerade im Bereich der objektiven Trefferauswertung um den verstärkten Einsatz technischer Hilfsmittel kümmern. „Elektronische Handschuhe oder Mundschutz-Elektronik, die objektive Treffer messen, sollten in Zukunft Standard sein.“

Integrität und Ehrlichkeit

Zum ersten Präsidenten von World Boxing (WB) wurde erwartungsgemäß Boris van der Vorst gewählt, dies für zwei Jahre. Der Niederländer hatte in Frankfurt 63,41 Prozent der Stimmen erhalten, Gegenkandidatin Elise Seignolle (USA) 36,59 Prozent. Beim Blick auf das WB-Präsidium fällt auf, dass sich die Amtszeiten unterschiedlich lang (zwei oder vier Jahre) gestalten. „Das ergibt sich aus dem hohen Anspruch unserer Satzung. Ein WB-Vorstand wird nie komplett ausscheiden“, erläuterte Müller. So bleibe die grundsätzliche Ausrichtung der strategischen Ziele auch nach künftigen Wahlen erhalten.

„Ich fühle mich geehrt, zum Präsidenten von World Boxing gewählt worden zu sein. Und ich möchte allen danken, die mich in den vergangenen Wochen und Jahren unterstützt haben“, sagte Boris van der Vorst. „Meine Kampagne basierte auf den Grundsätzen Integrität, Ehrlichkeit und Vertrauen. Ich werde diese Werte in unserer wachsenden Boxfamilie weiter fördern.“ Oberste Priorität habe nun, „dass der Boxsport im Zentrum der olympischen Bewegung bleibt“.

Für Box-Funktionär Müller ist van der Vorst die richtige Wahl: „Alle, die die ,Drecksarbeit’ gemacht haben, sind überzeugend gewählt worden.“ Es sind sechs bis acht entschlossene Persönlichkeiten weltweit, die sich die Gründung eines neuen Box-Weltverbandes zum Ziel gemacht hätten – weil sie darin die einzige Chance sehen, das olympische Boxen zu retten. Nun sind alle WB-Mitglieder gefordert …

Welche Schritte World Boxing jetzt auf dem Weg Richtung IOC-Anerkennung gehen muss, lest ihr in der kommenden Boxsport-Ausgabe 01/2024. Hier gehts zum Abonnement.

Text: Robin Josten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert